Karl Hörmann – Musik- und Tanzpädagoge, Therapeut und Hochschullehrer
Karl Hörmann (*17. November 1944 in Binsdorf) ist ein deutscher Musik- und Tanzpädagoge, Musik- und Tanztherapeut sowie Hochschullehrer. Er zählt zu den wichtigen Vertretern der künstlerischen Therapien im deutschsprachigen Raum und hat sowohl wissenschaftlich als auch praktisch zur Entwicklung der Musik- und Tanztherapie beigetragen.
Durch seine Tätigkeit an verschiedenen Hochschulen sowie seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen prägte er die Verbindung von Musik, Bewegung, Pädagogik und Therapie. Besonders bekannt wurde er für seine Arbeiten im Bereich der Musik- und Tanzpädagogik, der Musikpsychologie sowie der künstlerischen Therapien.
Frühes Leben und Ausbildung
Karl Hörmann wurde 1944 in Binsdorf geboren, einem Ortsteil von Geislingen in Baden-Württemberg. Schon früh zeigte sich sein Interesse an Musik und pädagogischer Arbeit.
Seine musikalische Ausbildung absolvierte er an der Hochschule für Musik Freiburg. Dort legte er mehrere Examina ab:
- Schulmusik
- A-Kirchenmusik
- Diplom-Musikpädagogik
Zu seinen Hauptinstrumenten gehörten Klavier, Orgel und Kontrabass.
Neben der praktischen musikalischen Ausbildung studierte Hörmann an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Fächer:
- Musikwissenschaft
- Erziehungswissenschaft
- Germanistik
Während dieser Zeit trat er als Musiker öffentlich auf und gab Klavier-, Orgel- und Chorkonzerte mit Orchester.
Nach dem ersten und zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Deutsch, Musik und Pädagogik begann er zunächst eine Tätigkeit im Schuldienst. Als Studienassessor arbeitete er in Donaueschingen.
Akademische Laufbahn
Seine wissenschaftliche Karriere begann Karl Hörmann an der Pädagogische Hochschule Freiburg, wo er als Assistent und Doktorand tätig war. Parallel dazu promovierte er in Musikwissenschaft an der Universität Freiburg.
Neben seiner Hochschultätigkeit erwarb er zusätzlich die Unterrichtsbefähigung für die Grundschule und arbeitete zeitweise auch als Musik- und Tanztherapeut.
Promotion und wissenschaftliche Auszeichnung
Seine Dissertation im Fach Musikpädagogik, die er an der Universität Münster einreichte, wurde mit der höchsten Bewertung „summa cum laude“ ausgezeichnet. Zudem erhielt er dafür einen Hochschulpreis, was die wissenschaftliche Bedeutung seiner Arbeit unterstreicht.
Im Anschluss wurde Hörmann an derselben Universität Akademischer Rat.
Arbeit an der Universität Münster
Während seiner Zeit an der Universität Münster übernahm Karl Hörmann verschiedene wichtige Aufgaben.
Dazu gehörten unter anderem:
- EDV-Beauftragter des Fachbereichs 21
- Initiator und Leiter eines Zusatzstudiengangs für Musiktherapie
- Lehrtätigkeit an der Erich-Klausener-Schule
In dieser Phase seiner Karriere habilitierte er sich im Fach Musikpädagogik und vertiefte seine wissenschaftlichen Forschungen.
Darüber hinaus promovierte er ein weiteres Mal an der Eberhard Karls Universität Tübingen zum Dr. rer. soc.
Professur an der Deutschen Sporthochschule Köln
Durch sein zusätzliches Tanzstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen sowie seine umfangreiche Praxis- und Lehrerfahrung erhielt Hörmann eine C4-Professur für Musik- und Tanzpädagogik an der Deutsche Sporthochschule Köln.
Dort übernahm er die Leitung des Instituts für Musik- und Tanzpädagogik.
Zu seinen Aufgaben gehörten:
- Entwicklung und Organisation von Studienprogrammen
- Forschung im Bereich Musik- und Tanzpädagogik
- Aufbau eines Bereichs für Musik- und Tanztherapie
Der Senat der Deutschen Sporthochschule Köln beschloss während seiner Amtszeit die Einrichtung eines Zusatzstudiengangs für Musik- und Tanztherapie, der bis heute als wichtiger Bestandteil des Studienangebots gilt.
Internationale Lehrtätigkeit
Neben seiner Tätigkeit in Köln lehrte Karl Hörmann auch an verschiedenen nationalen und internationalen Hochschulen.
Zu seinen Lehrstationen gehörten unter anderem:
- Musikpsychologie an der Hochschule für Musik und Tanz Köln
- Musiktherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln
- Musik- und Tanztherapie an der Karls-Universität Prag
- Multimedia im Sport an der Universität Münster
Zudem leitete er das berufsbegleitende Weiterbildungsstudium für Musik- und Tanztherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster.
Ruhestand und heutige Tätigkeit
Am 28. Februar 2009 trat Karl Hörmann offiziell in den Ruhestand.
Doch auch nach seiner Pensionierung blieb er weiterhin aktiv im wissenschaftlichen und therapeutischen Bereich. Seitdem engagiert er sich ehrenamtlich als Leiter der Akademie für künstlerische Therapien in Münster.
Außerdem unterrichtet er Multimodale Kunsttherapie an der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien.
Forschungsschwerpunkte
Die wissenschaftliche Arbeit von Karl Hörmann konzentriert sich vor allem auf folgende Themen:
- Musik- und Tanzpädagogik
- Musikpsychologie
- Künstlerische Therapien
- Musik- und Tanztherapie
- Verbindung von Kunst, Gesundheit und Pädagogik
Bereits 1985 organisierte er an der Universität Münster ein Symposium, bei dem der Begriff „Künstlerische Therapien“ als Sammelbezeichnung für therapeutische Verfahren mit Kunst, Musik und Bewegung stärker etabliert wurde.
Konzept der „Ton-Psychologie“
Ein besonderer theoretischer Ansatz Hörmanns betrifft die Bedeutung des Begriffs „Ton“.
Da „Ton“ sowohl musikalisch als auch sprachlich und psychologisch vielfältige Bedeutungen besitzt, schlug er vor, statt Musikpsychologie teilweise den Begriff „Ton-Psychologie“ zu verwenden. Dieser soll verdeutlichen, dass Klänge, Stimme und musikalische Strukturen tief mit menschlichen Emotionen und Kommunikationsformen verbunden sind.
Medienpräsenz und Gesundheitsarbeit
Karl Hörmann trat auch in Fernseh- und Rundfunksendungen auf und wurde in überregionalen Zeitungen erwähnt. Diese Medienberichte dokumentieren seine Arbeit im Bereich der Gesundheitsförderung durch Musik und Bewegung.
Dabei ging es häufig um Themen wie:
- Musiktherapie bei psychischen Erkrankungen
- Tanz als Ausdrucks- und Heilmittel
- kreative Therapieformen in Medizin und Pädagogik
Redaktionelle und publizistische Tätigkeit
Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit engagierte sich Hörmann intensiv im Fachjournalismus und wissenschaftlichen Publikationswesen.
Redaktionsarbeit
Zwischen 1978 und 1990 arbeitete er als Redakteur der Fachzeitschrift:
- Neue Musikzeitung
Konzertkritik
Von 1978 bis 1984 schrieb er Konzertkritiken für die:
- Münstersche Zeitung
Mitarbeit an Lexika
Zwischen 1979 und 1982 wirkte Hörmann am Bordas-Herder Musiklexikon mit, einem umfangreichen achtbändigen Nachschlagewerk zur Musik.
Weitere redaktionelle Tätigkeiten
Von 1991 bis 1994 war er Mitglied der Redaktion der Fachzeitschrift:
- Pädagogisches Forum – Forum Pädagogik
Außerdem gehörte er 1994 dem Editorial Board der wissenschaftlichen Reihe Forschungsberichte zur Transkulturellen Medizin und Psychotherapie an.
Herausgeber der Zeitschrift für Künstlerische Therapien
Seit 1988 gibt Karl Hörmann die Fachzeitschrift
„Musik-, Tanz- und Kunsttherapie – Zeitschrift für Künstlerische Therapien (MTK)“
heraus.
Diese Zeitschrift beschäftigt sich mit Themen wie:
- Musiktherapie
- Tanztherapie
- Kunsttherapie
- interdisziplinäre Therapiekonzepte
Sie gilt als wichtige Plattform für wissenschaftliche Beiträge und praktische Erfahrungsberichte aus dem Bereich der künstlerischen Therapien.
Bedeutung und Vermächtnis
Karl Hörmann gehört zu den Persönlichkeiten, die maßgeblich zur wissenschaftlichen Anerkennung der Musik- und Tanztherapie im deutschsprachigen Raum beigetragen haben.
Sein Wirken verbindet mehrere Disziplinen:
- Musik
- Tanz
- Pädagogik
- Psychologie
- Medizin
Durch seine Arbeit an Universitäten, seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen und seine Herausgebertätigkeit hat er die künstlerischen Therapien als interdisziplinäres Forschungs- und Praxisfeld geprägt.