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Owingen bei Haigerloch – Geschichte, Kultur und lebendige Dorfgemeinschaft im Zollernalbkreis
Owingen ist ein idyllischer Stadtteil von Haigerloch im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Gelegen im malerischen Eyachtal und angebunden an die Bundesstraße 463 – dem Zubringer zur Autobahn A 81 – verbindet Owingen ländliche Ruhe mit guter Erreichbarkeit. Eingebettet in eine reizvolle Landschaft aus Wäldern, Wiesen und Naturschutzgebieten bietet der Ort nicht nur Naturerlebnis, sondern auch eine bemerkenswerte historische Tiefe.
Der Stadtteil liegt im Südwesten Haigerlochs und gehört zur traditionsreichen Region Hohenzollern. Owingen ist dabei weit mehr als ein kleiner Ortsteil: Es ist ein lebendiges Dorf mit einer über 1.500-jährigen Geschichte, einer der ältesten romanischen Kirchen Hohenzollerns, einem aktiven Vereinsleben und einer starken Identität.
Die Ursprünge – Alamannische Wurzeln um das Jahr 450
Die Geschichte Owingens reicht bis in die Zeit der Alamannen zurück. Um das Jahr 450 gründeten sie hier eine Siedlung. Benannt wurde der Ort nach dem Sippenältesten Ovvo oder Owo – ergänzt durch die typische Endung „-ingen“, die auf eine Siedlung einer Sippe hinweist. Owingen bedeutet also sinngemäß „Ort der Leute des Owo“.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1094. Damals schenkte ein gewisser Suitgerus von Owingen Güter an das Kloster St. Georgen im Schwarzwald. Diese frühe Erwähnung zeigt, dass Owingen bereits im Hochmittelalter ein strukturierter und bedeutender Ort war.
Über viele Jahrhunderte hinweg war Owingen landwirtschaftlich geprägt. Die Höfe Birkenhof, Bühlerhof, Dietenbachhof, Weiherhof und die „Gipsmühle“ gehören bis heute zum Ortsteil und spiegeln diese bäuerliche Tradition wider.
Am 1. Januar 1975 wurde Owingen im Zuge der Gemeindereform nach Haigerloch eingemeindet. Seitdem ist es ein Stadtteil von Haigerloch, hat sich aber seinen eigenständigen Charakter bewahrt.
Die Weilerkirche St. Georg – Älteste romanische Kirche Hohenzollerns
Ein kulturelles und historisches Highlight ist die Weilerkirche St. Georg, die südöstlich von Owingen steht. Sie gilt als die älteste romanische Kirche Hohenzollerns.
Bau und Einweihung
Eingeweiht wurde die Kirche am 27. April 1152. Zu den Bauherren gehörten die Mönche des Klosters St. Georgen im Schwarzwald, die Grafen von Hohenberg sowie wohlhabende Bürger. Diese Zusammenarbeit geistlicher, adeliger und bürgerlicher Kräfte war typisch für die mittelalterliche Baukultur.
Die Kirche war ursprünglich Pfarrkirche der Weiler Oberowingen und Unterowingen. Von Oberowingen ist heute nur noch die Kirche erhalten – ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Siedlungsstruktur.
Architektur und Bedeutung
Die romanische Bauweise zeichnet sich durch klare Formen, massive Mauern und eine schlichte, würdige Gestaltung aus. Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Größe besitzt die Weilerkirche eine enorme historische Strahlkraft. Sie steht stellvertretend für die frühe Christianisierung und kirchliche Organisation der Region Hohenzollern.
Die Bedeutung der Kirche wurde 2009 besonders gewürdigt: Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg ernannte sie zum „Denkmal des Monats März 2009“.
Ein eigens gegründeter Förderverein setzt sich für den Erhalt und die Renovierung der Kirche ein – ein starkes Zeichen bürgerschaftlichen Engagements.
Veranstaltungen rund um die Weilerkirche
Die Weilerkirche ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern ein lebendiger Ort der Begegnung.
- Jeden zweiten Sonntag im Monat findet eine Kirchenführung mit Ulrich Schury statt.
- Am zweiten September-Wochenende beteiligt sich die Kirche regelmäßig am Tag des offenen Denkmals mit besonderen Führungen und Veranstaltungen.
Diese Termine bieten eine hervorragende Gelegenheit, Geschichte hautnah zu erleben und mehr über die mittelalterlichen Wurzeln Owingens zu erfahren.
Owingen und seine Lage im Eyachtal
Das Dorf liegt malerisch im Eyachtal. Die Landschaft ist geprägt von Wäldern, Wiesen und Naturschutzgebieten. Wanderer, Radfahrer und Naturliebhaber finden hier zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung.
Owingen liegt zudem an der Hohenzollernstraße – einer touristischen Route, die bedeutende Orte der Hohenzollern-Region verbindet. Dadurch ist der Stadtteil Teil einer historischen Kulturlandschaft mit großer Tradition.
Sehenswürdigkeiten in der Umgebung
Schloss Haigerloch
In unmittelbarer Nähe befindet sich das beeindruckende Schloss Haigerloch. Das auf einem Felsen thronende Schloss prägt das Stadtbild Haigerlochs und bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Region.
Römerturm Haigerloch
Ebenfalls sehenswert ist der Römerturm Haigerloch, ein historisches Bauwerk mit mittelalterlichem Ursprung.
Salzbergwerk Stetten
In direkter Nachbarschaft liegt eines der wenigen noch aktiven Salzbergwerke Deutschlands: das Salzbergwerk Stetten. Seit 1854 wird hier Salz gefördert. Das Bergwerk ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und zugleich ein spannendes Ausflugsziel.
Wohn Schick Owingen – Einkaufen mit Stil
Mitten in dieser herrlichen Umgebung lädt Wohn Schick Owingen zum Einkaufsbummel ein. Das Einrichtungshaus bietet eine breite Palette an Möbeln und Wohnideen.
Besucher können:
- durch die Boutique-Abteilung schlendern,
- sich von ausgestellten Küchen inspirieren lassen,
- neue Trends für Wohn- und Schlafzimmer entdecken.
Sofas, Wohnwände, Betten, Schränke und moderne Einrichtungskonzepte machen das Unternehmen zu einem wichtigen Bestandteil des örtlichen Wirtschaftslebens.
Musikverein Owingen – Tradition seit 1893
Ein Herzstück des kulturellen Lebens ist der Musikverein Owingen. Der 1893 gegründete Verein zählt heute rund 47 aktive Mitglieder.
Vereinsgeschichte
Im Jahr 1993 feierte der Verein sein 100-jähriges Bestehen und wurde mit der Pro-Musica-Plakette ausgezeichnet – eine besondere Ehrung für langjährige Verdienste um die instrumentale Musik.
Musikalisches Repertoire
Das Mittel-Oberstufenorchester verfügt über ein vielseitiges Repertoire:
- Unterhaltungsmusik
- konzertante Blasmusik
- traditionelle Märsche
- moderne Arrangements
Das Jahr über umrahmt der Musikverein kirchliche und weltliche Veranstaltungen in Owingen und Umgebung. Frühschoppen, Blasmusikabende und Konzerte gehören fest zum Veranstaltungskalender.
Vereinsführung
2002 wurde Hans-Georg Benz zum 1. Vorstand gewählt. Musikalisch geleitet wurde der Verein seit dem Jahr 2000 von Angela Gorber. Seit 2024 stehen Maximilian Stärk und Alexander Möhrle an der Spitze des Vereins.
Der Musikverein ist mehr als nur ein Klangkörper – er ist sozialer Treffpunkt, Generationenverbindung und kultureller Motor des Dorfes.
Söhne und Töchter Owingens
Ein bekannter Sohn des Ortes ist Anselm Sickinger (1807–1873), ein Bildhauer, der im 19. Jahrhundert wirkte. Seine Arbeiten stehen exemplarisch für die handwerkliche und künstlerische Tradition der Region.
Gemeinschaft und Dorfleben
Was Owingen besonders macht, ist das starke Gemeinschaftsgefühl. Ob Förderverein der Weilerkirche, Musikverein oder örtliche Veranstaltungen – das Engagement der Bürgerinnen und Bürger prägt den Ort.
Das Dorf verbindet Tradition mit Gegenwart. Historische Bauwerke stehen neben modernen Wohnhäusern, landwirtschaftliche Höfe neben Gewerbebetrieben. Die Mischung aus Geschichte, Natur und aktiver Dorfgemeinschaft macht Owingen zu einem lebenswerten Stadtteil.
Fazit – Ein Ort mit Geschichte und Herz
Owingen bei Haigerloch ist ein Ort, der Geschichte atmet und gleichzeitig lebendig geblieben ist. Von der alamannischen Gründung über die romanische Weilerkirche bis hin zum modernen Vereinsleben spannt sich ein weiter Bogen durch die Jahrhunderte.
Die Weilerkirche St. Georg als älteste romanische Kirche Hohenzollerns ist dabei das historische Herzstück. Das aktive Dorfleben, die kulturellen Veranstaltungen und die reizvolle Lage im Eyachtal machen Owingen zu einem besonderen Flecken im Zollernalbkreis.
Wer die Region besucht, sollte sich Zeit nehmen – für einen Spaziergang zur Weilerkirche, einen Abstecher nach Haigerloch, einen Besuch im Salzbergwerk oder einen musikalischen Abend mit dem Musikverein.
Owingen zeigt eindrucksvoll, wie Geschichte, Kultur und Gemeinschaft auf engem Raum zusammenwirken können – bodenständig, traditionsbewusst und dennoch offen für Neues.